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Saturday, 5 April 2008

Deutsch Lernen / Learning German >> Part 4 >> DER FORTSETZUNGSROMAN

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verdammt noch mal!!! hätte nicht gedacht, dass degenhardt ein so verdammt zäher kerl ist. schlitzäugiger motherfucker!!! ein - zwei - drei - vier schläge voll ins gesicht. beim fünften geht er zu boden und reißt dabei spektakulär die halbe videowand in der pornoecke mit um. ein süßlicher geruch in meiner nase. schnaps, ein bißchen urin. gott sei dank ist er nicht k.o. gegangen! er atmet schwer, hustet und spuckt. sein riesiges blutunterlaufenes mutantenauge ist jetzt weit aufgerissen - kurze pause - er glotzt mich doof an, zuckt dann wieder unkontrolliert hin und her, hämmert verzweifelt mit der rückseite seiner matschbirne gegen den linoleumboden aber der fucker hat keine chance. meine linke hand umschließt fest seinen ledernen, dürren hals. mit der rechten schlage ich noch einmal so fest ich kann gegen seine schläfe, worauf er sich wieder ein bißchen beruhigt... atmen baby, du mußt atmen... neben seinem blutigen blumenkohlohr liegt die platt gequetschte, leere hülle von einem englischen wet panties nasty. daneben - mit dem rückseite nach oben - best of horny budapest-teenies. ich sauge die elektrisierte luft ein und wieder aus, fahre währenddessen mit der freien hand über seinen hals, spüre unter meinem rechten daumen den spitzen knorpel auf und ab tanzen... du mußt atmen, baby... ich spiele eine weile damit, presse leicht dagegen, lasse wieder ein wenig lockerer und drücke ihn schließlich ganz langsam rein. es knirscht erst nur ganz leicht, dann ein lauteres, knackendes geräusch, worauf der dämliche fuck sich aufbäumt und röchelnd eine dicke ladung blutigen rotz knapp an meinem gesicht vorbeihustet. seine dürren arme und beine zucken spastisch in alle richtungen aber ich bin mit meinen knien auf seinen schultern. er kann nicht weg. er ist unter mir festgenagelt, der knochige, gelbe fuck und zappelt hysterisch, wie eine fliege auf einer nadel und gleich ist es soweit. ich reiße den kopf nach oben in die klare, kalte nacht, sauge meine lungen voll, die feste stimme von picard: "tun sie es!!!" und dann explodieren die sterne und alles um mich herum ist nur noch weißes licht - reine energie.

Ich kann keinen Tag länger in dieser Scheißvideothek arbeiten.

Ich brauche unbedingt einen Job der mich weiterbringt.

Bald bin ich Dreißig.

Alle meine Freunde, bis auf Ecki, machen was Tolleres als ich und verdienen mehr Geld.

Soll ich wirklich weiterhin die Hälfte meines Lebensunterhalts mit Ladendiebstahl bestreiten?

Ich hasse diese Stadt und meine Wohnung.

Ich hasse meine Frisur.

Wenn ich mehr Geld hätte, könnte ich mich besser ablenken und mir so eine höhere Lebensqualität vorgaukeln.

Ich sollte mal bei Maren anrufen.

Ich traue mich nicht bei Maren anzurufen.

Außerdem habe ich heute in VIETNAM lange darüber nachgedacht, wer ich - außer mir selbst oder Gott - am liebsten sein würde. Da mir keine wirklich lebenswerte real existierende Person eingefallen ist, habe ich mich kurz vor Feierabend für den ersten Offizier der Enterprise, Commander Ryker, entschieden. Also nicht so aussehen, aber den Job.
Als ich Marc abends davon am Telefon erzähle, meint er, er wäre am liebsten der Geliebte von Captain Picard. Ich versuche ihm zu erklären, dass es auf der Enterprise keinen Geliebten von Captain Picard gibt aber das ist ihm völlig egal. Er möchte einfach ein Maximum an Spaß mit einem Minimum direkter Verantwortung verbinden. Außerdem sei er schlecht gelaunt und müsse jetzt wieder ins Bett. Ok, dann unterhalten wir uns halt nicht. Tschüss, schlaf gut. Ich entscheide mich gegen Kiffen plus Fernsehen und mache statt dessen stolz ein bißchen Tai Chi. Als ich gerade bei 'Der goldene Fasan steht auf einem Bein' bin, klingelt das scheiß Telefon. Am anderen Ende ist Maren und sie hat schlechte Laune. Ohne Punkt und Komma kotzt sie mir ihre Beziehungsprobleme entgegen, erzählt mir private Sachen, die ich ihr über meine theoretische Freundin niemals erzählen würde und beendet die Litanei mit dem wunderbaren Satz "Ich glaube, ich sollte wieder alleine wohnen." Sie will dann wissen, ob ich von der Party noch gut nach Hause gekommen sei und ich sage, ganz in Gedanken an unsere gemeinsame Wohnungseinrichtung "Ja, ja, alles ganz wunderbar!" aber Maren merkt, dass ich lüge und verkündet trocken, das nächste Mal könne ich ja auch einfach zum Pennen da bleiben. Ich überlege krampfhaft, was sie damit jetzt wohl genau meint, hake aber nicht nach, sondern sage nur "Ok", wobei ich versuche dieses "Ok" möglichst verschwörerisch und bedeutungsschwanger klingen zu lassen, worauf dann allerdings Maren auch nicht weiter eingeht sondern anfängt sich über Verena zu beschweren. Mit der wäre ja wohl in letzter Zeit überhaupt nichts mehr los, früher wäre das anders gewesen und jetzt mit dem Gipsbein, da würde sie ja wohl nur noch zu Hause rumhängen. Nachdem ich zum tausendsten Mal die Geschichte meiner eingegipsten Cousine erzählt habe, bekomme ich, weil ich dummerweise total auf schlecht gelaunte Frauen stehe, einen starken, unkontrollierbaren Hormonschub und frage Maren, ob sie nicht Lust habe eine Nacht mit mir zu verbringen. Ich höre mich von einem "unmoralischen Angebot" faseln, worauf am anderen Ende der Leitung einige Sekunden lang totale Stille herrscht und bevor ich "April! April!" rufen kann, legt Maren auf.

Volltreffer , das Schiff ist versenkt. Ich sinke zu Boden, rauche dort vier Zigaretten und versuche mir ernsthaft einzureden, dass Maren bestimmt gleich zurück ruft, um mir verschämt zu gestehen, dass sie nicht habe auflegen wollen aber, überwältigt von dem Gedanken, dass ihre sexuellen Phantasien mit mir endlich wahr werden würden, wäre das wohl eine Kurzschlußreaktion gewesen und, na ja, ich solle das bloß nicht falsch verstehen, sie hätte sich einfach erst mal ein bißchen beruhigen müssen. Das Telefon bleibt still in seiner Ecke sitzen und grinst mich für den Rest des Abends hämisch an.

To be continued..